Daten in der Logistik
19. Februar 2020
Logistik & SCM

Logistikcontrolling - Auf die Relation kommt es an

Daten sind das Rohmaterial des Wissens. Das gilt in der Logistik – sowie in vielen anderen Wirtschafts- und Wissenschaftszweigen. Man muss die Daten aber auch richtig interpretieren können. Von Spinat, Schokolade und in Relation zu setzenden Logistik-Kennzahlen.

Über viele Jahrzehnte hielt sich die Mär vom hohen Eisengehalt des Spinats. Fußend auf dem Fehler,dass der Eisengehalt von trockenem auf frischem Spinat übertragen wurde. Der Unterschied ist enorm. So verfügen 100 Gramm frischer Spinat nicht, wie lange angenommen, über 35 Milligramm Eisen, sondern lediglich über ein Zehntel dessen. Den täglichen Eisenbedarf, der bei durchschnittlich 12 Milligramm liegt, über ein paar Blätter Spinat abdecken zu wollen, zöge daher früher oder später eine ernsthafte Mangelerscheinung nach sich. Diesen Bedarf mit dunkler Schokolade abdecken zu wollen -nur, weil die einen dreimal so hohen Eisengehalt hat-, ist ob des Zucker- und Fettgehalts aber sicherlich auch keine gute Idee…

Ein Beispiel, dass zeigt, wie bedeutend korrekte Daten sind – und gleichsam, wie wichtig eine sinnvolle Interpretation dieser Daten ist.

Im Bereich des Logistikcontrollings spricht man bei Daten allgemeinhin von „Kennzahlen“. Sie sind die Basis. Mit ihnen lassen sich konstante sowie nachhaltige Wirtschaftskontrollen sicherstellen –und damit auch zukünftige Zielsetzungen ableiten. Es geht zum Beispiel um Lager-, Transport- und Lieferkosten, um die Sendungsgesamtzahl und um das Inventar-Umsatz-Verhältnis, das Übervorräte identifiziert. Ist zum Beispiel die Lagerung von Waren zu kostspielig, gilt es zu überlegen, das Lager und die darin vorkommenden Prozesse umzugestalten.

Zwei weitere wichtige Kennzahlen sind die Lieferzeit und die Liefergenauigkeit – diese sind grundsätzlich in Relation zu beurteilen. Erst dann ergibt sich ein klares Bild. Wer nur die Lieferzeit im Blick hat, muss damit rechnen, dass es vermehrt zu Fehlern wie beschädigten Waren kommt und sich die Arbeitsbedingungen und damit das Betriebsklima verschlechtern. Das Gleichgewicht muss hier einfach stimmen. Ein stumpfes Höher-schneller-weiter-Prinzip ist der Qualität logistischer Leistungen und langfristiger Erfolge abträglich. Und die langfristige Sicherstellung von Qualität muss immer die oberste Zielsetzung des Logistikcontrollings sein.

Bei der Erlangung einer hohen logistischen Qualität spielt auch die Auswahl der Daten eine große Rolle. Man braucht nicht alle Prozesse in Zahlen aufzuschlüsseln, sondern eben nur die wichtigsten,die für das jeweilige Unternehmen relevantesten Abläufe. Das Ergebnis ist sonst nicht transparent,sondern undurchsichtig und verwirrend.

Eine aktuelle Umfrage unter 100 Logistikentscheidern verdeutlicht das Problem von Datenfluten. Drei Viertel der Befragten gab hier zwar an, dass Daten-Transparenz die Voraussetzung für eine vollständige und tiefgehende Kenntnis der Kostenstruktur sei– aber gleichsam viele sagten aus, genau hier Probleme zu haben. Und das obwohl man sich mehrheitlich in der datengenerierenden Digitalisierung als sehr weit vorangeschritten betrachtet. Es sind ganz einfach zu viele, nicht in Relation gesetzte Daten. Das gewünschte Ergebnis von niedrigen Kosten kann so nicht zustande kommen.

Dabei ist eine kostenoptimierte Logistik heute wichtiger denn je. Der Anteil der Logistikkosten an den Gesamtkosten liegt in der Industrie zum Beispiel zwischen fünf und acht Prozent. Im Handel können diese sogar bis zu 18 Prozent umfassen. Und es wird eher mehr als weniger. Personal- und Treibstoffkosten steigen sukzessive, dazu strenger werdende Umweltauflagen und große Kundenansprüche. Da braucht man nicht nur Schokolade als Nervennahrung, sondern vor allem ein kluges Logistikcontrolling.

Besuchen Sie uns auf dem 19. Logistik- & SCM-Gipfel am 01.04.2020 im Hugo Junkers Hangar in Mönchengladbach. Alle Informationen zum Ablauf und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter diesem Link.